Vermeintliche Unhöflichkeit ist kein Kündigungsgrund

 
Heute gilt mehr denn je: Wer beruflichen Erfolg anstrebt, braucht gute Manieren. Höfliches Benehmen und gute Umgangsformen geben häufig den Ausschlag bei Bewerbungen. Vor allem im Dienstleistungssektor ist Höflichkeit eine unverzichtbare Eigenschaft. Dieser Ansicht war auch der Hotelmanager im folgenden Fall.

Abmahnungen sind formgebunden






Ein Hotelmanager hatte einem seit 16 Jahren im Hotel tätigen Portier wiederholt unhöfliches Verhalten gegenüber den Hotelgästen vorgeworfen. Er verlieh seiner Unzufriedenheit über das Verhalten des Beschäftigten Ausdruck, indem er ihn mehrmals abmahnte und schließlich die Kündigung aussprach. Eine entsprechende Konkretisierung der Vorwürfe erfolgte in den jeweiligen Abmahnungen nicht. Dort war nur die Rede von einem „barschen Tonfall“ oder von „unangemessenem Verhalten“. Deshalb wehrte sich der Arbeitnehmer mit einer Kündigungsschutzklage gegen den Rauswurf. Er war der Meinung, der Inhalt der Abmahnungen sei zu unbestimmt gewesen und die darauf basierende Kündigung deshalb unzulässig.





Das Gericht bewertete den Sachverhalt ähnlich und erklärte die Kündigung deshalb für unwirksam. Auch eine Abmahnung unterliege strengen formalen Anforderungen. Jeder Vorfall müsse im Einzelnen dargestellt werden. Ohne eine wirksame Abmahnung erübrige sich schließlich die Frage nach der Wirksamkeit der später ausgesprochenen Kündigung.
ArbG Frankfurt am Main, Urteil vom 11.12.2008, Az.: 1 Ca 6488/08

Pauschale Vorwürfe unzulässig






Ein abgemahnter Beschäftigter muss der Abmahnung genau entnehmen können, welches Fehlverhalten ihm vorgeworfen wird – was er also falsch gemacht und wie er sich künftig zu verhalten hat. Der zugrunde liegende Sachverhalt muss objektiv und konkret beschrieben werden. Es reicht nicht aus, wenn der Arbeitgeber die Pflichtverletzungen nur pauschal oder schlagwortartig umschreibt.

 
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